Kunst am Bau für das DBFZ

Die Arbeit STROHGOLD ist ein Gemeinschaftsprojekt von Angelika Waniek und Daniel Theiler und als Beitrag für den zweistufigen Wettbewerb Kunst am Bau für das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) entstanden. Die Originalpläne wurden von Hand als Cyanotopien hergestellt.

Strohgold1_webStrohgold2_webAch, stöhnte die Müllerstochter – wie soll ich das nur machen – Stroh zu Gold spinnen?

STROHGOLD ist eine Installation, die das gesamte Werksgelände des Deutschen Biomasseforschungszentrums einbindet und die Gebäude visuell miteinander vernetzt, indem es die verschiedenen Einrichtungen mit einem goldenen Faden verbindet.

Die Installation thematisiert die Geschichte des Goldspinnens aus Stroh aus Grimms Märchen Rumpelstilzchen und macht die Transformation von Biomasse zu Energie für die Mitarbeiter_innen und Besucher_innen sicht- und erlebbar.

Das Stroh steht stellvertretend für die Biomasse, der goldene Faden für die erzeugte Energie. Das Netzwerk für die Forschung die vorhandenes Wissen immer wieder neu kombiniert und reflektiert.

Der Faden spannt sich über den Innen- und Außenraum des gesamten Werksgeländes. Er bildet leise, jedoch klare Linien als Hinweis auf ein kostbares und sensibles Netzwerk. Im Foyer werden die Mitarbeiter_innen und Besucher_innen von einer Spindel begrüßt, auf der das Endprodukt ein feiner goldener Faden, aufgewickelt ist. Die schräg stehende, abstrahierte Spindel schwebt minimal über dem Boden. Der Verlauf des goldenen Fadens ist durch die Dualität von Einspannung und Freisetzung geprägt: Die zwischen den Ankerpunkten entstehende Spannung setzt sich an den Fadenenden frei und führt dort zu einer lapidaren aber präzisen Form die auf die Umgebung reagiert. Der Faden verläuft mal im Boden, mal an den Wänden und Decken und spannt sich von Gebäude zu Gebäude zu den Ursprungsorten des Energiegewinnungsprozesses aus Biomasse, den Strohkammern. Diese Strohkammern befinden sich in den Speichern und Lagern, aber auch bei den Pflanzen im Außenraum, wie Bäumen und Sträuchern, deren Biomasse als Grundlage für die nachhaltige Transformation dient. Ein übergreifendes Netzwerk wird sichtbar, das künstlich Gebautes mit natürlich Gewachsenem symbiotisch zusammenfügt und sowohl für die Besucher_innen als auch für die Mitarbeiter_innen die Zusammenhänge von Biomasse, Forschung und regenerativer Energiegewinnung erfahrbar macht.

Die Installation kann auch insbesonders bei Führungen eingesetzt werden, die auf der Spindel beginnen beim fertigen Produkt und den Herstellungsprozess entlang des Fadens auf dem Gelände bis zu den Strohkammern aufzeigen, um das Zusammenspiel von Natur und Forschung zu verdeutlichen. Räume wie der neue Seminarbereich werden genauso eingebunden wie der Verwaltungstrakt und optional die Forschungsstationen. Durch die potentielle Aufnahme zusätzlicher Stationen in das Netzwerk kann die Installation auf zukünftige bauliche Veränderungen des Werksgeländes reagieren.