Lernen von Kosmopolis

IBA_Forum_Flyer

Am 25. November 2011 nahm ifsu am Forum „Kosmopolis: Neue Chancen für die Stadt“ im Rahmen der Internationalen Bauausstellung in Hamburg teil. Aus den dortigen Debattenbeiträgen zum Thema urbane Diversität ziehen wir folgende Schlussfolgerungen:

Städte müssen sich zukünftig immer stärker mit einer diversifizierten Gesellschaft auseinandersetzen. Es müssen Lösungen für eine gesunde und nachhaltige Durchmischung der Bewohner mit unterschiedlichem sozioökonomischem Status, Herkunft und Religion gefunden werden. Das Thema Diversifizierung darf dabei nicht als Problem gesehen werden: Die Stadt hat immer von fremden Kulturen gelernt und sich weiterentwickelt. Diese natürliche historische Entwicklung von Städten durch die Aufnahme von „Anderen“ steht im Widerspruch zu der in den 90er Jahren angeführten Idee der Integration durch eine „Leitkultur“. Doch auch andere Bestrebungen zur Integration landeten in einer Sackgasse, Multikulti und Laissez-faire führten eher zu Segregation als zu Integration.

Deshalb müssen zukünftig Strategien entwickelt werden, die nicht nur zu einer Integration, sondern zu einer Selbstverständlichkeit im Umgang mit anderen Kulturen führen. Eine wichtige Voraussetzung für einen solchen selbstverständlichen Umgang mit Andersartigkeit ist Bildung. Hierin liegt auch eine Chance für die Inländer. Neben Bildung ist auch die Förderung des Kontakts mit andersartigen Mitmenschen wichtig. Nur so können Vorurteile mit der Realität abgeglichen und abgebaut werden.

Die Stadtgesellschaft muss deshalb einen frühen Umgang der Bewohner mit anderen Kulturen fördern, am besten schon im Kindergarten. Der tolerante Umgang mit den Anderen ist nicht die Angelegenheit einer Gruppe, er ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Das Quartier stellt für den Austausch der Bürger den zentralen Ort dar, daher müssen Aktivitäten der Quartierszentren gefördert werden. Sie müssen als anregende Orte des Austauschs gestaltet sein. Ihr Bezug zum Quartier und ihre Attraktivität kann dadurch gesteigert werden, daß sie Themen aus dem Stadtteil aufgreifen. Die Angebote müssen so ausgestaltet sein, daß sie gruppenübergreifend attraktiv sind. Durch Mitbestimmung können die Bedürfnisse der Quartiersbewohner erfasst werden.

Die zunehmende Diversifizierung der Gesellschaft ist keine Modeerscheinung. Und Ausländer besetzen in der Stadt nicht nur eine Nische – das ist die Realität, der wir uns in den Städten heute stellen müssen, das ist der neue Mainstream.