Zukunftsvisionen2017

Auf dem Kunstfestival Zukunftsvisionen zum Thema „Illusionen. Verfallen“ vom 20. – 27. Mai ist die Arbeit „Home Alone Görlitz – Kevin allein in Görlitz“ von Daniel Theiler im ehemaligen Adolph Totschek Warenkaufhaus in Görlitz zu sehen.

Mehr zum Zukunftsvisionenfestival: http://zuvi-festival.de

Nach der Wiedervereinigung sind viele Menschen aus Ostdeutschland in den Westen abgewandert. Gründe dafür lagen in der maroden Infrastruktur, starker Umweltverschmutzung und der wirtschaftlichen Situation in Ostdeutschland insgesamt. Viele Industrie- und Gewerbebetriebe waren nach der Wende nicht mehr wirtschaftlich und wurden von der Treuhand abgewickelt. Die steigende Unzufriedenheit und hohe Arbeitslosigkeit führten zu einer starken Abwanderung, die Städte schrumpfen und sogar ganze Dörfer verschwinden ließ. Seit 2012 ziehen die fünf neuen Bundesländer wieder mehr Menschen an, die Abwanderung ist gestoppt. Trotzdem stehen auch heute noch zahlreiche Wohnungen, Industrieareale und ganze Straßen in Städten wie Görlitz, Zwickau, Gera, Dessau-Roßlau oder Chemnitz leer.

Die temporäre Installation Kelvin allein in Görlitz zeigt die Chancen und potentiale leerstehender Gebäude für Städte am Beispiel des leerstehenden Gebäudes in Görlitz auf. Die Installation belebt die Bauruine mit einer Illusion: Im Inneren wird eine Installation aufgebaut, die nach Außen eine lebendige Nutzung vortäuscht. Es entsteht das Traumbild einer wilden Fake Party im Inneren des Gebäudes. Ähnlich wie der kleine Kevin das Haus seiner Eltern im Film Home Alone temporär mit Leben füllt, wird die Bauruine in einem Teil mit lebensgroßen Pappaufstellern von Menschen und Schaufensterpuppen belebt, die sich mit Hilfe von Plattenspielern und einer Modelleisenbahn durch den Raum bewegen. Hinter angeleuchteten Vorhängen an Fenstern und im Innenraum zeigt sich ein intensives Schattenspiel. Im Gegensatz zu Kevin, der versucht das Haus seiner Eltern gegen Einbrecher zu verteidigen, versucht die Arbeit das Gebäude vor dem Leerstand und dem damit drohenden langsamen Verfall zu bewahren. Erst beim Blick hinter den Vorhang wird die Illusion aufgedeckt. Den Besuchern des Festivals soll aufgezeigt werden, wie eine Belebung des Ortes aussehen könnte und sie sollen dazu anregt werden selbst Ideen und ein eigenes Engagement für leerstehende Gebäude zu entwickeln.